Ein Zeuge der Anklage innerhalb eines Strafprozesses kann auch ein
Kronzeuge sein.
Was ist ein Kronzeuge genau?
Der Unterschied zu einem alltäglichen Zeugen bei einem Strafprozess
besteht darin, dass der Kronzeuge entweder selber Mittäter
im gleichen Straffall oder wegen anderer ähnlicher Straftaten
angeklagt oder inhaftiert ist. Für die Staatsanwaltschaft
ist der kronzeuge mit die letzte Möglichkeit den Täter
zu überführen. Sie ist sich der Schuld der Täters
zwar bewusst, es fehlen nimmt aber die verfügbaren Beweismittel,
um diese Schuld zweifelsfrei nachzuweisen
Was hat der Kronzeuge für
seine Mithilfe für Vorteile zu erwarten?
Die Mithilfe eines Kronzeugen ist eine Art Geschäft auf Gegenseitigkeit.
Führen die Aussagen die dieser tätigt zur Verurteilung
des Angeklagten, so sichert die Staatsanwaltschaft dem Kronzeugen
entweder Strafmilderung oder sogar völligen Straferlass zu.
Der Spielraum hierfür liegt zum einen in der Schwere des Strafprozesses
und im Verhandlungsgeschick des Kronzeugen bzw. seiner rechtlichen
Vertreter.
Wo wird die Kronzeugenregelung eingesetzt?
Doe anwendung findet vorwiegend im angloamerikanischen Rechtssystem
statt, in europäischen und somit deutschen Rechts wird die
Kronzeugenregelung nicht durchgeführt. Der Koalitionsvertrag
von 2005 sieht die Einführung der Kronzeugenregelung in Deutschland
jedoch wieder vor.
Warum ist diese Regelung kritisch
einzustufen?
Die Strafmilderung bewirkt ganz offensichtlich, dass der Kronzeuge
einer angemessenen Bestrafung entgeht. Zudem werden Kronzeugen überwiegend
in Fällen schwerer Straftaten hinzugezogen. Hierbei besteht
die Gefahr, dass gerade in der Frage der Rechtsbeurteilung von heiklen
und schweren Delikten durch die Kronzeugenaussage Vorteile bei der
Strafzumessung erlangt werden können, die bei kleinen Strafdelikten
gar nicht in Erwägung gezogen werden. Zugang
zur Kronzeugenregelung bekommen somit nur Schwerverbecher im besonders
grossem Stil.